04162014Mi

   Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest. - Charles de Montesquieu

Rückblick auf den Vortrag von Bernd Senf in Zürich: Die Problematiken des herrschenden Geldsystems

occupyzuerich.ch | Prof. Bernd Senf (www.berndsenf.de) referierte am 22. März über 2 Stunden in der Roten Fabrik vor rund 200 Interessierten aus den Organisationen von www.occupyzuerich.ch, www.inwo.ch, www.vollgeld.ch und www.ig-idea.info über Geldschöpfung, Schuldenkrisen, Spekulation und Zinseszins.

von Werner Kallenberger

Bernd Senf, geb. 1944, lehrte von 1973 bis 2009 an der FH für Wirtschaft in Berlin Volkswirtschaft und publizierte u.a. folgende Bücher zum Referatsthema: Der Tanz um den Gewinn, Die blinden Flecken der Ökonomie, Der Nebel um das Geld (alle im Gauke Verlag für Sozialökonomie, Kiel). Seit 2009 referierte der Anhänger von Wilhelm Reich an einer Vielzahl von Orten v.a. vor einem nicht parteipolitisch organisierten, alternativen Publikum zu seinen Spezialthemen: Geld, Verschuldung, natürliche Umwelt, Orgontheorie, Bio-Energie und gesunde Ernährung.

Seinen frei gehaltenen Vortrag beginnt der asketische Referent, der regelmässig nur in einem kurzärmligen T-Shirt auftritt, mit dem textlich veränderten Lied “wo sind die Milliarden hin … wann wird man je verstehn?” Der rhetorisch gut verständliche und didaktisch mit laufend gezeichneten Erläuterungen versehene Vortrag kann in leicht veränderten Versionen unter seiner Website nachvollzogen werden. Wir Interessierte folgen seinen Ausführungen, mit wenigen Zwischenfragen, während 135 Minuten ohne Pause!

Im Folgenden beschränke ich mich auf einige Kernaussagen zur “vernebelten” Geldproblematik, welche durch sein “Aufklarungsarbeit” folgendermassen “geklärt” wird: Im Spätmittelalter beginnen sich die Märkte in Europa zu erweitern. Händler hinterlegen aus Sicherheitsgründen ihre Gewinne aus Gold- oder Metall (als Material oder Münzen) bei Goldschmieden bzw. Banken (B) und erhalten dafür in Papierform eine Quittung mit einem bestimmten Betrag (Note). Diese Geld-Noten können wieder in Gold oder Silber eingelöst werden oder zum Kauf anderer Waren verwertet werden. Je stärker das Vertrauen in die B ist, desto weniger Gold braucht diese zur weiteren Herausgabe von neuen Noten. Mit der Zeit werden diese Geldgeschäfte von den jeweiligen Fürsten kontrolliert bzw. mit einem Münzpräge-Monopol des Regenten belastet.

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