We Are Change Switzerland - Chinesisches Lehrstück über Mord und Politik

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Chinesisches Lehrstück über Mord und Politik

infosperber.ch  |  Peter G. Achten, Beijing - 20. Aug 2012 - Die offiziellen Medien handelten den Mordprozess gegen Bogu Kailia als Kriminalstück ab. Chinas Microblogger hielen dagegen. Der Prozess um einen Giftmord am englischen Geschäftsmann Neil Heywood in der 31-Millionen-Metropole Chongqing endete für Bogu Kailai mit einer bedingten Todestrafe auf zwei Jahren Bewährung. Bogu Kailai ist nicht irgendwer. Verheiratet mit dem Spitzenpolitiker Bo Xilai gehört sie zur neuen Elite der Volksrepublik. Im Volk sind die Mitglieder dieser Schicht bekannt als die «kleinen Prinzen», die «Prinzlings», weil sie Söhne und Töchter verdienter, alter Revolutionäre sind.

Prozess streng nach Parteiskript |  Nach dem Richtspruch liess sich die verurteilte Bogu Kailai mit den schon fast orwellschen Worten in den Parteimedien zitieren: «Das Urteil zeigt klar, wie sehr das Gericht das Gesetz, die Wahrheit und das Leben respektiert.» Die Verurteilung Bogu Kailais mag beim gemeinen Volk, den «Massen» – wie von der allmächtigen Partei beabsichtigt – gut ankommen.

In dem vom Sprachrohr der Partei «Renmin Ribao» herausgegeben Zeitung «Global Times» hiess es, der Prozess zeige klar, dass in China «alle vor dem Gesetz gleich sind». Der Kommentator fügte hinzu: «Dies ist ein Kriminalfall und die Gesellschaft sollte das auch so sehen.»

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