04172014Do

   Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass zwei und zwei gleich vier ist. Sobald das gewährleistet ist, ergibt sich alles andere von selbst. - George Orwell

Stellungnahme zum Gedicht von Günter Grass

Jüdische Stimme | „Was gesagt werden Muss …“ und nicht verschwiegen werden darf

Stellungnahme der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.  zum Gedicht von Günter Grass

Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, gratulieren Günter Grass für seine aufrichtige Aussage in bezug auf die Atompolitik Israels. Auch wenn Günter Grass durch sein langes Schweigen über seine ehemalige Angehörigkeit zur Waffen-SS Glaubwürdigkeit in Sachen NS-Aufarbeitung einbüßt, so zeigt die hysterische Reaktion jüdischer und nicht-jüdischer Deutscher deutlich, dass er ins Ziel getroffen hat. Mit Recht weist Grass auf die überlegene Stärke der vierten Atommacht des Staates Israel und die Gefahr eines tödlichen Kriegs, der mit oder ohne Unterstützung der USA den ganzen Nahen Osten in Mitleidenschaft ziehen und möglicherweise auf die restliche Welt  übergreifen würde. Der Wunsch der im Iran Herrschenden, dass das “zionistische Regime” verschwinden möge, hat seine genaue Entsprechung im Wunsch der USA und Israels, dass das “islamistische Mullah-Regime” verschwinden möge. Unsere Medien und Politiker verteufeln das eine als “Vernichtungsdrohung gegen die Bevölkerung” und spielen das andere als “berechtigte Forderung” herunter.

Wir verteidigen das Recht aller deutscher Bürger und Bürgerinnen die menschenverachtende Politik des Staates Israel zu kritisieren, ohne als Antisemiten diffamiert zu werden. Diese Taktik dient nur dazu, jegliche Kritik an der israelischen Politik abzuwürgen, wie auch vom real existierenden Antisemitismus abzulenken. Ein „jüdischer“ Staat sollte und wollte ein Staat sein wie jeder andere und als solcher Muss auch Israel Menschenrechte respektieren und sich dem Völkerrecht beugen, ohne wegen der Vergangenheit einen Ausnahmestatus zu beanspruchen. Wie Günter Grass unterstreicht, sollte gerade Deutschland sich nicht zum Handlanger einer neuen Katastrophe machen. In diesem Zusammenhang ist es mehr als bedenklich, dass die von der Bundesrepublik an Israel gelieferten U-Boote mit atomaren Sprengköpfen aus gerüstet werden können. Auch deshalb beobachten wir die Waffenlieferungen der Bundesregierung an Israel mit Sorge und fordern diese auf, den nötigen Druck auszuüben, auch durch Sanktionen, um Inspektionen und Kontrollen des israelischen Atomprogramms zu ermöglichen wie für jedes andere Land üblich ist. Als Jüdische Stimme befürworten wir einen atomfreien Nahen Osten.

Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.

05.04.2012

Quelle: www.juedische-stimme.de

Anmerkung
In diesem Zusammenhang sei auf das sehr sehenswerte "Interview mit Rabbinern in Berlin über den Zionismus und das wahre Judentum aus dem Jahr 2009" verwiesen, welches ihr auf WAC TV anschauen könnt. Rabbiner aus verschiedenen Ländern erklären, wie die gläubigen Juden unter dem Zionismus (Wikipedia: [von Zion] bezeichnet eine politische Ideologieleiden und diese rein politisch motivierte Bewegung NICHT mit dem jüdischen Glauben gleich zusetzen ist.

Kommentar von Tom:
Die Rabbiner des Interview "Nie wieder Zionismus" gehören angeblich der Gruppe " Neturei Karta" an, welche aus religiösen Gründen den Zionismus und den Staat Israel ablehnen. Aus Sicht der "Neturei Karta" sehr wohl verständlich, aber aus Sicht z.B. eines atheistischen Juden überhaupt nicht. Das Judentum ist ja neben der Religion auch eine Volksgruppe. Und da jedes Volk das Recht auf einen eignen Staat hat, ist die Grundsätzliche Forderung des Zionismus zu respektieren. Leider ist die Situation sehr Zwickmühle mässig. Als im Jahre 70 nach unserer Zeitrechnung, die Römer die Juden aus Israel vertrieben haben und den  Tempel zerstört haben, nahmen andere Menschen auf diesem Stück Erde platz. Beide Positionen  verstehe ich zu 100%. Wenn man seid über 1900 Jahren irgendwo lebt, möchte man dort auch bleiben,  aber wenn man über fast zwei Tausend  Jahre als ein ganzes Volk keinen  eigenen Staat hat, und dazu noch  übelste Verfolgungen erlebt  hat, ja dann ist es genau so verständlich  das man wieder einen eigenen Staat möchte, und auch dort wo man  zuletzt als Volk einen eigenen  Staat hatte. Darum ist es so eine  Zwickmühle Situation. Beide Parteien haben Recht... vor allem  diejenigen welche friedlich sind, und genau  da kommen wir zum Punkt. Es sind die Hardliner beider Seiten welche  für die aktuelle  dramatische, traumatische Situation verantwortlich sind. Die  Palästinesischen/Arabischen Hardliner, welche Israel von der Landkarte weg wollen, genau so wie die israelischen Hardliner, welche weder an einer Zweistaaten Lösung interessiert sind noch an einem Staat wo sich Israelis und  Palestinänser in gleichem Masse entfalten können.
 Das wichtigste soll sein, das sich die gemässigsten beider Seiten zusammenschliessen, und sich miteinander für eine liebevolle Lösung einsetzten, und auf  beiden Seiten die Hardliner zur Bessinnung bringen.

Nie wieder Zionismus, Teil 1/9 - Das Gebot Gottes
Nie wieder Zionismus, Teil 2/9 - Der Mißbrauch
Nie wieder Zionismus, Teil 3/9 - Anti-Semitismus?
Nie wieder Zionismus, Teil 4/9 - Feindbilder
Nie wieder Zionismus, Teil 5/9 - Historische Verantwortung?
Nie wieder Zionismus, Teil 6/9 - Wessen Existenzrecht?
Nie wieder Zionismus, Teil 7/9 - Verwechslungsgefahr?
Nie wieder Zionismus, Teil 8/9 - Begegnungen
Nie wieder Zionismus, Teil 9/9 - Die Wahrheit verbindet

Ebenfalls auf WAC TV: US Vize-Präsident Joe Biden: "Ich bin Zionist. Man muss keine Jude sein, um Zionist zu sein."

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