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Freiheitsentzug auf Kosten der Krankenkassen
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- Kategorie: Politik und Gesellschaft
- Veröffentlicht am Sonntag, 05 Juli 2009 23:07
FFE - Führsorglicher Freiheitsentzug heisst das Instrument, welches immer fleissiger benutzt wird, um unschuldige Bürger ihrer Freiheit zu berauben und wenn nötig für lange Zeit weg zu sperren.
In der Schweiz werden über 27 unschuldig Mitbürger pro Tag, gegen ihren Willen zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Allein im Kanton Bern etwa wurden 1998 rund 360 Zwangseinweisungen angeordnet, drei Jahre später waren es 700.
„Wir gehen von jährlich über 10’000 Zwangseinweisungen aus“, sagt Jürg Gassmann, Zentralsekretär der Patientenorganisation Pro Mente Sana. Rechnet man die Zahlen der Kantone Zürich und Bern auf die Schweiz um, ergeben sich über 15000 FFE-Eintritte pro Jahr. Die effektive Quote dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen.
Verfahrensmängel bei Zwangseinweisungen sind keine Ausnahme, wie der Zürcher Psychiater Thomas Maier in einer Studie aus dem Jahr 2002 zeigt. Von 100 untersuchten FFE-Zeugnissen, die zwischen 1997 und 2000 ausgestellt wurden, waren nur 21 sowohl formal korrekt ausgestellt, wie auch stichhaltig begründet.
In einer Umfrage bestätigten Ärzte, dass 25 Prozent der angeordneten FFE vermeidbar wären.
Der FFE ist ein schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit eines Menschen. In vielen Kantonen können alle niedergelassenen Ärzte ein FFE-Zeugnis ausstellen. Deshalb erstaunt es umso mehr, dass es kein Kontrollorgan beim Einsatz dieser Massnahme gibt. Da die Kantone die unfreiwilligen Hospitalisationen nach unterschiedlichen Kriterien oder teilweise überhaupt nicht registrieren, sind vergleichbare Angaben über die jährlichen Verfügungen nicht vorhanden. Leider fehlt auch auf Bundesebene eine Statistik.
Es kann jeden treffen
Ob Systemkritiker, Rentenbezüger, Besoffene oder Drogensüchtige: die Palette der Inhaftierten ist breit. Dabei handelt es sich nicht etwa um Kriminelle, sondern zur Hauptsache um - wie es im Gesetz heisst - "Sucht-, Geisteskranke und Verwahrloste".
Was viele von ihnen gemeinsam haben, ist, dass sie keine Bezugspersonen zur Aussenwelt haben. Die Familie hat sich distanziert und der Weg zur Zwangsmedikation, in einer der unzähligen Psychiatrischen Anstalten ist oft nicht weit. Da werden sie dann, wenn sie Glück haben, nur mit Antidepressiva vollgestopft, die sie oral einnehmen müssen und falls sie nicht zu den Glücklichen gehören, wird ihnen ein sogenanntes “Depot“ verpasst, welches sie für zwei Wochen total handlungsunfähig macht, sie nicht sich selbst erkennen lässt und nachweislich Langzeitschäden verursacht.
Erstmal eingewiesen hat der Betroffene die Möglichkeit einen Rekurs einzuleiten. Dieser bleibt allerdings meist chancenlos, weil er oft an die gleichen Behörden eingereicht werden muss, welche den FFE bestimmt haben. Danach bleibt einem nur noch die Beschwerde ans Gericht.
Aktueller Fall
Wie ein aktueller Fall zeigt, darf der Leidtragende auch vor Gericht nicht auf Gerechtigkeit hoffen. Das Beispiel von Christian Müller (CHM) zeigt eindeutig, es herrscht eine totale Willkür. Seine Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft in Liestal wurde professionell von seinem Anwalt verfasst und fristgerecht eingereicht. Alleine aus der Beschwerde ging schon glasklar und mit Beweisen untermauert hervor, dass CHM unschuldig und widerrechtlich in der KPK (Kantonale Psychiatrische Klinik) Liestal eingesperrt ist.
Trotzdem wurde ein Gerichtstermin festgelegt, der den Inhaftierten und den Assistenzarzt der Klinik, Herr P. Klempera, vorluden. Obwohl in der Beschwerde der Antrag gestellt wurde, zur Hauptverhandlung eine unbefangene Fachperson zu laden, ging man nicht darauf ein.
Am Tage der Verhandlung wurde den zahlreich angereisten Freunden von CHM nüchtern gesagt: „Die FFE-Verhandlungen seien nie öffentlich, aus Schutz der Privatsphäre des Betroffenen." Darauf forderte der Anwalt, auf Wunsch seines Klienten, die Anhörung öffentlich zu machen. Dieser Antrag wurde von der Gerichtspräsidentin ebenfalls, mit fadenscheinigen Argumenten, abgelehnt.
Der Entscheid der Richterin stützte sich alleine auf die vorgängigen Fehldiagnosen des ersten, aufgehobenen und unrechtmässigen FFE’s. Ausserdem wurden die Diagnosen und Behauptungen von Herr P. Klempera benutzt, um CHM für weitere Wochen in der Klinik zu behandeln.
Wie soll dieser Doktor denn unvoreingenommen und neutral sein? Der behandelnde Arzt von CHM, dass soll ja wohl ein Scherz sein? Er wird sich kaum seine eigenen Patienten vom Leib halten, von denen er ganz gut lebt. Geschäft ist halt Geschäft. Bezahlt wird dieses schmutzige Mafia Business namens “Führsorglicher Freiheitsentzug“ in den meisten Fällen von den Krankenkassen oder bei Bedürftigen vom Sozialamt. Die Kosten für einen FFE-Fall können schnell in die zehntausende Franken gehen. Mit ein Grund warum unsere Krankenkassenprämien ins unermessliche steigen.
Zurzeit sitzt CHM unrechtmässig in der KPK in Liestal fest. Der vom Gericht unrechtmässig genehmigte FFE, könnte für ihn heissen, noch 8 weitere Wochen unfreiwillig in der Anstalt zu verbringen. Ihr könnt Christian Müller unter der Telefonnummer 0041 (0)61 927 70 11 über die Zentrale der KPK in Liestal erreichen. Er freut sich auf eure Anrufe und eure Solidarität mit ihm. CHM gehört zu den Systemkritikern und klärt seit Jahren seine Mitmenschen über von den Massenmedien zensierte Themen auf.
Hier das Interview mit Christian Müller direkt aus der KPK in Liestal, Basel.
Betroffene berichten
Ein ehemaliger Patient berichtet: „Wenn man in diese Klinik geht, kommt man noch kränker wieder heraus. Die Ärzte und Pfleger interessieren sich nicht für sie. Sechs oder zehn Personen zu rufen, um einen Patienten zwanghaft ruhig zu stellen, ist ihre Methode, um jemanden zu beruhigen. Das Leben auf der Station ist grausam und schwer zu ertragen, wenn man nur 20 Minuten am Tag an die frische Luft darf. Die restliche Zeit verbringen wir so, dass wir von einem Zimmer ins nächste laufen, wie ein Tier in einem Käfig. Ich kann Ihnen sagen, dass man sich im Gefängnis um die Gefangenen besser kümmert. Ich fragte, ob ich eine Stunde hinaus könne, um meine Weihnachtseinkäufe zu machen – verweigert! Warum? Ich hatte angeblich ihre Hausordnung nicht respektiert.“
Ein anderer erzählt: „Ich wurde im Alter von 13 Jahren in die kinder- und jugendpsychiatrische Klinik Sonnenhof in Ganterschwil St.Gallen gebracht. Ich bekam jeden Tag Minimum 3 Tabletten und einmal wöchentlich eine Spritze. Alle zwei Wochen musste ich Blut abnehmen lassen, meine rechte Armvene ziert immer noch die Einstichsnarben. Natürlich hatten die vielen Medikamente Nebenwirkungen. Bei mir waren es Angstzustände, Herzrasen, Schweissausbrüche und Selbstmordgedanken. Bevor ich in die Klinik kam, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, mir selbst etwas anzutun. Aber als ich diese Medikamente (Zoloft, Ritallin usw) bekam, fing ich an, mich in die Beine und in die Arme zu schneiden, um wenigstens etwas zu fühlen. Die Medikamente machten mich Stumpf. Es ist ein Gefühl, wie wenn man Watte im Kopf hätte und man spürt keine extremen Emotionen mehr ausser Angst und Trauer. Das Ritzen führte dazu, dass ich nicht mehr in die Psychiatrie-interne Schule gehen durfte und dass man mich auf die geschlossene Abteilung verlegte. Dort wurde ich oft in eine sogenannte Isolierzelle gesteckt, wenn ich mich z.B. weigerte die Medikamente zu nehmen oder mich gegen die Spritzen mit Körpereinsatz wehrte. In der Isolierzelle zirka 2 auf 1 Meter mit Styroporbett war ich einmal 1 1/2 Tage lang eingesperrt. Ich war dort nackt und ohne etwas, um mich zu beschäftigen. Ich durfte nichts, keine Bücher, keine Farbstifte, keine Spiele.“
Harry J. Heutschi, ein weiterer Geschädigter, der offen über sein erlebtes Horrorszenario berichtet.
Hier gehts zu seinem Video-Vortrag:
http://www.ahv-ch.info/index.php?l=de&id=film&film=0
Erstes Fazit
Für den immer mächtigeren Staatsapparat, die korrumpierten Politiker, Wirtschaftsbosse und Bankster, die die Schweiz und ihre Bevölkerung zunehmend unter sich verscherbeln, verkaufen und versklaven, ist der FFE das ideale Werkzeug, um lästige, systemkritische und auffällige Menschen los zu werden oder sie von der Oberfläche verschwinden zu lassen.
Hier ist eine riesige Industrie am Werk, die Milliarden damit verdient, unschuldige Menschen, mittels FFE, zu inhaftieren. Die Opfer kämpfen oft ein Leben lang mit der Verarbeitung der Schreckenserlebnisse und den Langzeitschäden durch die Zwangsmedikation mit starken Psychopharmaka und Nervengiften.
Die offensichtlich herrschende Willkür, die bei der Anwendung des FFE waltet, muss gestoppt werden. Es muss ein unabhängiges Kontrollorgan geschaffen werden, das diesem verbrecherischen Treiben ein Ende setzt. Den Betroffenen muss eine gerechte Chance innerhalb einer sehr kurzen Frist gegeben werden, um zu den Anschuldigungen Stellung zu nehmen und sich von unabhängigen Fachpersonen beurteilen zu lassen. Es dürfen nur noch FFE durch ein Gerichtsurteil gesprochen werden.
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