We Are Change Switzerland - "Das ist nicht Justiz, das ist Terror"

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"Das ist nicht Justiz, das ist Terror"

Ein Korse ist wegen der angeblichen Ermordung eines Politikers verurteilt worden. "Ein weiteres Zeichen der Arroganz des französischen Staates", sieht der korsische Politiker Talamoni.

Yvan Colonna: korsischer Nationalist und lange der meistgesuchte Mann Frankreichs. Foto: dpa

Photo: Yvan Colonna: korsischer Nationalist und lange der meistgesuchte Mann Frankreichs.

taz: Herr Talamoni, der Korse Yvan Colonna ist in dieser Woche in Paris wegen der Ermordung des französischen Präfekten Claude Erignac zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie protestieren dagegen. Warum?

Jean-Guy Talamoni: Ich bin bestürzt. Ein Unschuldiger sitzt im Gefängnis. Die Verteidigung hat die Widersprüche in der Darstellung der Staatsanwaltschaft belegt und bewiesen, dass die polizeilichen Ermittlungen einseitig geführt wurden. Zudem gibt es Augenzeugen, die in keiner Verbindung mit der nationalistischen Bewegung stehen, die sagen, dass es nicht Colonna war, der auf den Präfekten geschossen hat. Dennoch ist er verurteilt worden. Das ist ein Justizskandal, aber auch ein politischer Skandal, denn die Entscheidung, Colonna das Recht auf ein faires Verfahren vorzuenthalten, ist auf höchster Ebene getroffen worden.

Interview mit Jean-Guy Talamoni weiterlesen.

Jean-Guy Talamoni ist Anwalt in Bastia und Mitglied der Partei "Corsica Libera", die für Korsikas Unabhängigkeit von Frankreich eintritt. Talamoni vertritt seine Partei im Regionalparlament und im Stadtrat von Bastia.