The Telegraph: Libyen ist das neue Afghanistan
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- Kategorie: Politik International
- Veröffentlicht am Donnerstag, 25 August 2011 19:35
Con Coughlin, The Telegraph 25. 8. 2011; Übersetzung WeAreChange Switzerland, Sash
Nun ist das am besten gehütete Geheimnis der Libyen- Kampagne enthüllt - Die SAS (britische Special Air Services) sind damit beschäftigt, den libyschen Diktator Muammar Gaddafi zu jagen, nachdem sie den Überraschungsangriff auf Tripolis orchestriert hatten. So viel zu David Camerons Beteuerungen, dass im Konflikt keine britischen Bodentruppen eingesetzt würden.
Es war meiner Meinung nach nicht zu verhindern, dass er sich an die SAS wenden würde, um seinen eigene politische Haut zu retten. Wie ich seit Beginn des Konfliktes bei zahlreichen Gelegenheiten geschrieben hatte, kann man Diktatoren wie Gaddafi nicht aus 7000 Metern Höhe zu Fall bringen.
Im Juli war diese Logik klar, als die gesamte Kampagne im Sande zu verlaufen drohte, Gaddafi hielt sich an der Macht, nachdem die NATO über 16 000 Luftangriffe geflogen hatte und die Rebellen in völligem Chaos versanken. Man brachte die SAS ins Spiel.
Wie die Entsendung der SAS zur Jagd auf Gaddafi mit dem ursprünglichen UNO- Mandat vereinbar ist, werden die Leute in der zunehmenden öffentlichen Debatte zum Thema erklärt haben wollen. Aber aus meiner Sicht sind Camerons Spitzfindigkeiten über die Legitimität seines Libyen-Abenteuers nichts anderes als Tony Blairs Kavalier- Gehabe gegenüber der UNO bezüglich des Irakkrieges.
Ein neues Irak zu vermeiden wurde zur wahren Besessenheit der Herren Cameron und Clegg, während sie sich im Wüstensand Nordafrikas die Hände blutig machten. Die militärische Handhabung Libyens war nicht aufgrund des Irakkrieges vorauszusehen, sondern aufgrund der ursprünglichen militärischen Intervention in Afghanistan 2001, als sich eine Handvoll britischer und amerikanischer Spezialeinheiten mit Afghanen gegen die Taliban und die al-Qaida vernetzten.
Während wir heute, zehn Jahre später, auf die ersten Erfolge dieser erfüllten Mission zurückblicken, stellt sie sich nicht gerade als der Triumph heraus, den damals alle feierten. Denn den Hauptangriffszielen der Kampagne, al-Qaida-Führer Osama bin Laden und Talibanchef Mullah Omar, wurde erlaubt, nach Pakistan zu flüchten, obwohl sie von britischen Spezialeinheiten gesichtet wurden, wie sie nach Tora Bora entkamen. Auch kann das Nachkriegsmanagement in Afghanistan nicht als überwältigender Erfolg bezeichnet werden.
Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse in Libyen, beispielsweise dem Gaddafi-Clan auf der Flucht und den Rebellen, die sich gegenseitig bekämpfen, geben die Parallelen zu Afghanistan keinen Anlass zur Zuversicht.
Aber jetzt, da die SAS auf Gaddafis Fersen sind, kann man nur hoffen, dass sie mehr Erfolg haben, ihren Mann zu finden, als mit Bin Laden. Schließlich ist es erst ein paar Monate her, seit die SAS Gaddafis Krieger trainierte, im Auftrag derselben britischen Regierung, die jetzt versucht, den libyschen Führer zu liquidieren. (Ich frage mich, ob die SAS wirkliches Bestreben hat, Gaddafi lebendig zu ergreifen. Oder wird es eine gezielte Tötungsmission, wie der US Navy Seals- Angriff auf Bin Laden in Abbottabad im Mai?)
Es bleibt nur zu hoffen, dass die SAS mit der bisherige Handhabung des Gaddafi- Regimes die Oberhand behält, während dieser Konflikt seinem Ende zugeht.
Con Coughlin, Auslands- Chefredakteur des Telegraph, ist ein weltweit renommierter Experte für den Nahen Osten und den islamischen Terrorismus. Er ist der Autor mehrerer in der Kritik gefeierter Bücher.
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